05.03.2010

Albert Lanter
Leiter Finanzen & Logistik
Mitglied der Geschäftsleitung
Quo Vadis Euro?
Die Grafik zeigt den seit Monaten anhaltenden Fall des Euro gegenüber dem Dollar und dem Schweizerfranken. Auslöser ist die Finanzschwäche Griechenlands.
Mittlerweile beginnt sich die ganze Südflanke der EU aufzuweichen. Man spricht despektierlich von den PIIGS und meint damit Portugal, Irland, Italien, Griechenland und Spanien. Alle diese Länder kämpfen mit grossen Problemen. In Spanien belaufen sich beispielsweise die Immobilienschulden auf 1.8 Billionen EUR - bei einem Bruttoinlandprodukt von rund einer Billion EUR und einer Arbeitslosigkeit von 19.2%.
Auch scheinbar gesunde EU-Mitglieder weisen Schwächen auf. In Deutschland bezieht mittlerweile fast jeder zweite Wahlberechtigte Geld vom Staat: Rente, Arbeitslosengeld, Sozialhilfe, Stipendien, usw. Um diese Löcher zu stopfen, werden die Raubzüge auf die deutschen Bankkunden in der Schweiz nicht reichen.
Bei aller Sympathie für die Leistungen der EU - nie wieder Krieg in Europa, Integration armer Länder, Wiedervereinigung - denkt man ob dieser Verwerfungen wieder an den Geburtsfehler des Euro: Ungleiche Finanzpolitik und gleiche Währung vertragen sich nicht. Es braucht den flexiblen Wechselkurs der eigenen Währung, um finanzpolitische Disziplin zu erzwingen.
EU-Skeptiker betrachten das Geschehen zum Teil mit Schadenfreude. Sie vergessen, dass die Schweiz mitten in Europa sitzt.

