Jahresabschluss 2024: Ausleihungs- und Bilanzwachstum in einem herausfordernden Zinsumfeld

Dies führte zu einer Zunahme der Bilanzsumme um 3,20 % auf CHF 1393 Mio. Aufgrund der sehr volatilen Zinssituation erzielte die Bank einen Geschäftserfolg, der um 41,90 % auf CHF 3,30 Mio. abnahm und einen Jahresgewinn von CHF 2,20 Mio. generierte.
Wachstum auf Ausleihungen
Die Ausleihungen an Kunden konnten im Berichtsjahr um 2,78 % auf CHF 1168 Mio. gesteigert werden. Durch die stark sinkenden Marktzinsen hat die Nachfrage nach Wohneigentum, und damit auch das Wachstum auf den Hypothekarforderungen, wieder angezogen. Zudem hat die Konsolidierung im Bankensektor das Kundenbedürfnis nach einer traditionellen und verlässlichen Bank deutlich verstärkt, wovon wir durch einen spürbaren Zuwachs an Neukunden und eine stärkere Kundenbindung profitieren konnten. Die Bank Thalwil verfolgte nach wie vor eine vorsichtige Kreditpolitik, die den besonderen Risiken im aktuellen Marktumfeld zuverlässig Rechnung trägt.
Verstärkter Wettbewerb um Kundengelder
Die Kundengelder verzeichneten einen Rückgang von 2,39 % bzw. CHF 22,86 Mio. und beliefen sich zum Jahresende auf CHF 932,15 Mio. Der Kundendeckungsgrad beträgt zum Jahresende 79,82 % (Vorjahr 84,05 %). Diese Entwicklung reflektiert unter anderem die anhaltende Unsicherheit infolge der Notübernahme einer systemrelevanten Bank sowie die Erhöhung der Mindestreserveanforderung durch die Schweizerische Nationalbank (SNB), was zu einem verstärkten Wettbewerb um Kundengelder geführt hat. Als bedeutende Quelle zur Refinanzierung und zur Steuerung von Zinsänderungsrisiken dienen Pfandbriefdarlehen. Diese wurden in der Berichtsperiode um CHF 63,90 Mio. bzw. 29,65 % erhöht und tragen so dazu bei, trotz des herausfordernden Marktumfelds eine solide Liquiditätsbasis sicherzustellen.
Unerwartet starker Zinsruckgang dämpft Zinsertrag
Die Leitzinsen, die seit dem Jahr 2022 kontinuierlich gestiegen waren, haben im Berichtsjahr eine vollständige Kehrtwende vollzogen und lagen per Ende Dezember erneut bei tiefen 0,5 %. Diese unerwartet drastische Zinssenkung hat unser Zinsergebnis spürbar beeinträchtigt. Konkret ging der Brutto-Zinsertrag im Jahr 2024 um 16,89 % zurück und erreichte CHF 13,43 Mio. (Vorjahr CHF 16,17 Mio.). Durch die Bildung von Wertberichtigungen in Höhe von CHF 0,05 Mio. ergibt sich ein Netto-Erfolg aus dem Zinsengeschäft von CHF 13,39 Mio. (− 17,87 %).
Wachstum bei verwalteten Vermögen und geringere Gebühren steigern Kommissions- und Dienstleistungserfolg
Der Anstieg des Erfolgs aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft resultierte einerseits aus einem Anstieg an verwalteten Vermögen und andererseits aus geringeren Kommissionsaufwendungen. Dies ist auf die Reduzierung von Vermittlergebühren bei Hypotheken zurückzuführen, bedingt durch ein starkes Wachstum aus eigener Kraft. Der Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft beläuft sich zum Stichtag auf CHF 2,95 Mio. im Vergleich zum Vorjahr mit 2,63 Mio.
Handelsgeschäft mit positiver Entwicklung
Der Erfolg aus dem Handelsgeschäft konnte im Berichtsjahr um 4,89 % gesteigert werden. Dieser liegt nun bei
CHF 0,62 Mio.
Zuverlässiger übriger Erfolg bei rückläufigem Bruttoertrag
Der übrige ordentliche Erfolg lieferte im abgelaufenen Geschäftsjahr einen zuverlässigen Beitrag von CHF 2,17 Mio. zum Bruttoertrag von CHF 19,18 Mio., welcher gegenüber dem Vorjahr um 10,22 % zurückgegangen ist.
Fokus auf Effizienz und Investitionen in Mitarbeitende
Im laufenden Berichtsjahr fiel die Ertragslage weniger günstig aus als noch im Vorjahr, weshalb wir unsere Kosten besonders im Blick behalten haben. Trotzdem wurde weiterhin in Technologien und unsere Mitarbeitenden investiert – wenn auch zurückhaltender. Die Bank Thalwil hat zudem erneut in die Weiterbildung ihres Personals investiert. Angesichts des Fachkräftemangels bleibt die Förderung von Auszubildenden, Praktikanten sowie die kontinuierliche Entwicklung der bestehenden Mitarbeitenden weiterhin zentral. Der Personalaufwand verzeichnete eine Zunahme um 1,36 % auf CHF 7,97 Mio. Der Anstieg des Sachaufwands betrug CHF 0,97 Mio. und summierte sich auf CHF 5,40 Mio. (+ 1,83 %). Insgesamt belief sich der Geschäftsaufwand auf CHF 13,37 Mio., was einem Anstieg von 1,55 % gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Rückgang des Jahresgewinns bei stabiler Dividende
Der Jahresabschluss weist Wertberichtigungen auf Beteiligungen sowie Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Werte in Höhe von CHF 2,40 Mio. aus. Der daraus resultierende Geschäftserfolg beträgt CHF 3,30 Mio., was einem Rückgang von CHF 2,38 Mio. bzw. 41,90 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der Steueraufwand für ordentliche und voraussichtliche Steuern auf das Jahresergebnis beläuft sich auf CHF 1,12 Mio. Nach Berücksichtigung dieser Steueraufwendungen ergibt sich ein Jahresgewinn von CHF 2,20 Mio., was einem Rückgang von 37,15 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Der Verwaltungsrat schlägt vor, eine unveränderte Dividende von 9 % auszuschütten und CHF 1,89 Mio. der gesetzlichen Gewinnreserve zuzuführen.